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Kfz Haftpflichtschaden

Wenn ein Unfallbeteiligter bei einem Verkehrsunfall nicht der Verursacher, sondern der “Geschädigte” ist, dann spricht man von einem sogenannten Haftpflichtschaden.
Dies bedeutet, dass der Unfallverursacher den gesamten Schaden des Geschädigten, der durch dieses Ereignis entstanden ist, ersetzen muss (§ 249 BGB).
Dieser Schaden besteht in der Regel aus mehreren Positionen wie z.B.

  • Sachschaden
  • Personenschaden
  • Vermögensschaden

 

Haftpflicht ist Pflicht

Gemäß der deutschen Gesetzgebung, hat jeder Besitzer eines Kraftfahrzeuges die Verpflichtung eine Haftpflichtversicherung abzuschließen, wenn er dieses Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr betreiben will.
Die Versicherung des Unfallgegners muss in der Regel bei einem Schadenfall eintreten..

Hier ist besonders zu beachten, dass kein Geschädigter ernsthaft erwarten kann, dass die gesamten Ansprüche, die er an einen Unfallgegner geltend machen kann, >> freiwillig << von der “gegnerischen” Versicherung ausgeglichen werden.

Dies spiegelt sich leider auch in den reichhaltigen Gerichtsurteilen wieder, die deutlich machen, dass selbst Standardpositionen in aufwändigen Gerichtsverfahren erzwungen werden müssen.

 

Schadenmanagement

Die Erfahrung, gerade in den letzten Jahren zeigt, dass eine zunehmende Zahl der Versicherer zu dem sogenannten “Schadensmanagement” wie z.B. "Fair Play" , "Schadenservice Plus" und und und übergegangen sind. “Schadensmanagement” hört sich zwar sehr bedeutend an, ist jedoch nichts anderes, als dass man versucht, Kosten bei der Abwicklung eines Schaden zu lasten des geschädigten einzusparen.
Diese schweerwiegende Problematik hat die Rechtsprechung schon seit Jahrzehnten erkannt und hat deshalb entsprechende Vorkehrungen zum Schutze der Geschädigten getroffen.

 

Gesetzliche Rechte des Geschädigten

Folgende Rechte sind entweder durch gesetzliche Regelungen oder durch gefestigte Rechtsprechung für den Geschädigten vorgesehen:

  • 1.) Freie Wahl eines Kfz-Sachverständigen
  • 2.) Freie Wahl eines Rechtsanwaltes
  • 3.) Freie Wahl der Reparaturwerkstätte
  • 4.) Wahlweise Erstattung der Reparaturkosten.
  • 5.) Freie Wahl bei der Beschaffung eines Mietwagens


Bei eindeutiger Rechtslage sind sämtliche Kosten für die oben genannten Leistungen Teil des Gesamtschadens und müssen von der gegnerischen Versicherung in vollem Umfang beglichen werden.
Der Geschädigte benötigt keine eigene Rechtschutzversicherung um z.B. einen Rechtsanwalt für die Abwicklung obiger Forderungen zu beauftragen.
Der Geschädigte kann die gesamte Abwicklung selbst veranlassen und ist nicht verpflichtet vorher Kontakt zur Versicherung des Unfallgegners aufzunehmen, noch hat er die Pflicht irgendwelche Zustimmungen der gegnerischen Versicherung abzuwarten.

zu 1.) Freie Wahl eines Kfz-Sachverständigen
Nur durch die freie Auswahl eines Sachverständigen ist gewährleistet, dass sämtliche Ansprüche des Geschädigten im Rahmen des Fahrzeugschadens ermittelt werden.
Die Kosten für die Inanspruchnahme eines eigenen Sachverständigen sind Bestandteil des Gesamtschadens und müssen von der gegnerischen Versicherung übernommen werden. Dies gilt auch für den Fall, dass die gegnerische Versicherung ihrerseits bereits einen eigenen oder externen Sachverständigen beauftragt hat, bzw. dass ein entsprechendes Gutachten, das durch die Versicherung in Auftrag gegeben wurde, schon vorliegt.

 

Die Aufgaben des freien Sachverständigen

  • Beweissicherung
  • Korrekte Ermittlung des Fahrzeugschadens
  • Festlegung des Reparaturweges
  • Festlegung der Reparaturdauer
  • Ermittlung der Wertminderung
  • Ermittlung des Wiederbeschaffungswertes
  • Ermittlung des Restwertes (Totalschaden)
  • Nachbesichtigung bei Ausweitung der Reparatur
  • Reparaturbestätigung nach erfolgter Reparatur
  • Nachbesichtigung bei Reparaturmängeln -Mängelrüge-
  • Sachverständiger Zeuge bei gerichtlichen Auseinandersetzungen

 

Wesentliche Vorteile eines “eigenen” Sachverständigen.

  • 1.) Die Erstellung eines Gutachtens dient zur Beweissicherung und genauen Feststellung der Schadenshöhe.
  • 2.) Das Gutachten gibt dem Geschädigten ein Dokument zur Hand, mit dem er seine Ansprüche gegenüber der Versicherung sowohl aussergerichtlich als auch im Klageweise geltend machen kann.
  • 3.) Durch ein eigenes Gutachten verfügt der Geschädigte über ein Dokument, mit dem er auch eine Kontrollmöglichkeit gegenüber der Werkstatt hat. Bei mangelhafter oder unzureichender Ausführung der Reparatur kann z.B. der Sachverständige zur Überprüfung der Reparaturqualität herangezogen werden.
  • 4.) Ein Schadensgutachten spielt auch eine erhebliche Rolle bei eventuellen gerichtlichen oder außergerichtlichen Auseinandersetzungen, z.B. wenn das gegenständliche Fahrzeug vor Regulierung bereits instandgesetzt oder zwischenzeitlich veräußert wurde.
  • 5.) Ein wesentlicher Punkt für die Beauftragung eines Sachverständigen ist auch die Abrechnung des Schadens gemäß Gutachten. Hierbei handelt es sich um den Fall, dass der Geschädigte das Fahrzeug nicht, oder im Moment nicht instand setzen lassen möchte. Die übliche Bezeichnung hierfür ist die fiktive Abrechnung. Bei dieser Abrechnungsform hat der Geschädigte das Recht auf Erstattung der Reparaturkosten gemäß Gutachten (seit 01.08.2002 -neues Schadensersatzrecht - nur noch der Nettofahrzeugschaden ohne MwSt).

 

Nur wer kennt schon sämtliche Urteile?

Erfahrungsgemäß fährt man immer besser wenn ein Verkehrsrechtsanwalt mit der Regulierung des Schadens hinzugezogen wird. Ein Geschädigter ist in der Regel unerfahren mit der Geltendmachung seiner berechtigten Ansprüche und im Falle auftretender Differenzen natürlich chancenlos gegen die juristisch gut ausgestattete Gegenseite. Diese Urteile sind in der Regel nur fachbezogenen Juristen bekannt, die sich täglich mit der Materie beschäftigen. Der juristische Dschungel ist für den Laien heutzutage nicht mehr nachvollziehbar.Hinzu kommt, dass die Versicherer im Bereiche der Schadensregulierung inzwischen ein Heer von Juristen beschäftigen.

 

Wichtig bei Beauftragung eines fach.- Rechtsanwaltes

Wesentlich bei der Beauftragung eines fachbezogenen Rechtsanwaltes ist, dass dieser sämtliche Ansprüche eines Geschädigten kennt wie z.B.

  • Abschleppkosten
  •  Ersatzteilaufschläge
  • Fahrzeugschaden
  • Nutzungsausfall
  • Schmerzensgeld
  • Umbaukosten
  • Unkostenpauschale
  • Verbringungskosten
  • Verdienstausfall
  • Wertminderung

Um “Waffengleichheit” herzustellen, ist es für den Geschädigten heute unerlässlich, einen Rechtsanwalt seines Vertrauens zu beauftragen.

 

Freie Wahl der Reparaturwerkstätte

Ein Geschädigter kann die Instandsetzung seines Fahrzeuges grundsätzlich in einer Werkstatt seiner Wahl durchführen lassen. Die Versicherung ist nicht berechtigt, auf die Auswahl des Reparaturbetriebes Einfluß zu nehmen. Die Kosten für die Instandsetzung des Fahrzeuges müssen von der Versicherung übernommen werden, sofern sie sich im Rahmen eines seriösen Sachverständigengutachtens bewegen.

Wahlweise Erstattung der Reparaturkosten

-fiktive Abrechnung-

Für den Geschädigten ergibt sich außer der Reparatur im Fachbetrieb auch die Möglichkeit, den Schaden, den der Sachverständige in seinem Gutachten ermittelt hat, auszahlen zu lassen (Nettofahrzeugschaden ohne MwSt). Dies bezeichnet man als “fiktive Abrechnung” oder Abrechnung gemäß Gutachten.
In den letzten Jahren versuchen Versicherer mit sogenannten Kürzungsprotokollen irgendwelcher externer Fremd- und/oder Tochterunternehmen die Kalkulationen freier und (versicherungs-) unabhängiger Schadensgutachter "anzugreifen", indem diverse Positionen in Abzug gebracht werden, die dem Geschädigten aufgrund bestehender Gesetzeslage und höchstrichterlicher Rechtsprechung zustehen.
Es handelt sich hierbei im wesentlichen um Verbringungskosten, Ersatzteilzuschläge und um Abzüge bei den Lohnkosten der vertragsgebundenen Fachwerkstätten, indem man die Lohnkosten billigerer Werkstätten entgegen hält. Im wesentlichen handelt es sich bei diesen "Billigwerkstätten" um die Partnerwerkstätten der Versicherer.

 

Freie Wahl bei der Beschaffung eines Mietwagens

Der Geschädigte hat grundsätzlich das Recht auf Inanspruchnahme eines Mietwagens für den Zeitraum, in dem sein Fahrzeug instandgesetzt wird (Reparaturschaden), bzw. für den Zeitraum zur Beschaffung eines Ersatzfahrzeuges (Totalschaden). Der erforderliche Zeitraum wird durch den Sachverständigen im Gutachten festgelegt. Im Rahmen der Schadensminderungspflicht muss der Geschädigte nur darauf achten, dass die erforderlichen Kosten für den Mietwagen sich im “üblichen” Rahmen bewegen.
Es ist darauf zu achten, dass sich das Mietfahrzeug ggf. eine “Fahrzeugklasse” unter dem verunfallten Fahrzeug befindet.

 

 

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